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Dorsten

Verborgene Schätze: Geheimtipps in Dorsten

Verborgene Schätze: Geheimtipps in Dorsten
2 Min. Lesezeit
386 Wörter
Vor 5 Tagen
Dorsten an der Lippe ist eine Stadt, die ihre Schätze nicht auf den ersten Blick preisgibt. Wer sich jedoch Zeit nimmt und genauer hinschaut, entdeckt überraschende Perlen abseits der bekannten Pfade. Wir verraten die besten Geheimtipps für Sommer 2026. Beginnen wir mit einem Ort, den selbst viele Dorstener nicht kennen: der Kapuzinergarten im Ortsteil Hervest. Hinter einer unscheinbaren Mauer verbirgt sich ein Klostergarten, der seit dem 17. Jahrhundert nach historischem Vorbild bewirtschaftet wird. Buchsbaumhecken gliedern die Beete, in denen alte Gemüsesorten und Heilkräuter wachsen, die längst aus den Supermarktregalen verschwunden sind. Der Garten ist donnerstags und samstags geöffnet, und die Patres verkaufen selbst gemachte Kräutertees und Honig aus eigener Imkerei. Ein weiteres Juwel ist das kleine, private Bergbaumuseum im Keller eines Wohnhauses in Altendorf-Ulfkotte. Der pensionierte Bergmann und Sammler hat über Jahrzehnte eine beeindruckende Sammlung von Grubenlampen, Geleucht, Werkzeugen und Fotografien zusammengetragen. Die Führungen, die er nach telefonischer Vereinbarung selbst gibt, sind ein lebendiges Stück Ruhrgebietsgeschichte – erzählt von jemandem, der sie selbst erlebt hat. Naturschätze offenbart der Westruper Mühlenbach, ein Nebenarm der Lippe, der sich naturnah durch Wiesen und kleine Wäldchen schlängelt. Der versteckte Pfad beginnt an der alten Wassermühle und führt auf zwei Kilometern durch ein fast verwunschenes Biotop, in dem im Sommer 2026 seltene Libellenarten und Eisvögel zu beobachten sind. Eine Holzbank an einer kleinen Lichtung lädt zur Mittagsrast ein – Proviant nicht vergessen, es gibt weit und breit keinen Kiosk. Kulinarisch verborgen ist eine kleine Fischräucherei am Lippe-Kanal. Der Inhaber, ein gelernter Fischwirt, räuchert Forellen, Aale und Saiblinge über Buchenholz nach eigenem Rezept. Die Räucherei hat keinen Laden, sondern nur einen Verkaufsstand mit einem handgemalten Schild. Wer samstagvormittags vorbeikommt, bekommt die frischesten Fische direkt aus dem Ofen – sofern sie nicht bereits ausverkauft sind. Kunstinteressierte sollten die Skulpturenallee am Wesel-Datteln-Kanal entdecken. Der flache Uferweg wurde von heimischen Künstlern mit Skulpturen aus Treibholz, Stahl und Stein bestückt, die alle Bezug zur Wasserstraße nehmen. Es gibt kein Museum, keinen Eintritt und keine Öffnungszeiten – nur Kunst im öffentlichen Raum, die bei jedem Spaziergang neu entdeckt werden will. Tipp zum Abschluss: Die urige Kanu-Verleihstation an der Lippefähre vermietet Boote für stille Paddeltouren durch die Lippeauen. Die zweistündige Route bis zum Weselerwald bietet eine Perspektive auf Dorsten, wie sie nur vom Wasser aus möglich ist – und ist eine der friedlichsten Arten, einen Sommernachmittag zu verbringen.


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